Denk das! Das Yoga Sutra des Patanjali.

Bislang im Podcast vorgestellte Sutras: 179 von 195

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Podcast von Michael Wiese
Gründer von YogaYa, Yogalehrer, Schmerzspezialist und Ausbilder

Das Yoga Sutra des Patañjali ist eines der grundlegenden Werke zur Yoga-Philosophie. Es weist uns den Weg durch den Dschungel der Existenz, des Geistes oder der Psyche, wie man vielleicht heute sagen würde. Yoga ist eine Denkschule, ein Lebensplan, eine Geistes-Haltung. Yoga ist nicht Herabschauender Hund, Kamel und Handstand. Das sind nur Mittel zum Zweck.

Mit diesem Podcast bekommst Du eine schrittweise Einführung in diesen fantastischen Text. Michael Wiese unterrichtet seit Jahren Yoga-Philosophie in Ausbildungen. Als studierter Historiker liest er mit Dir den Quellentext, Sutra für Sutra. Humorvoll und prägnant erläutert Michael sein ganz persönliches Verständnis des Yoga Sutra.

Was Dich hier erwartet …

  1. Yoga – eine Philosophie
  2. Nächste Haltestelle: Erleuchtung
  3. Fragen an Yoga – Fragen an das Leben
  4. Das Menü: die Kapitel des Yoga Sutra
  5. Worum es in den vier Kapiteln des Yoga Sutra geht
  6. Über das Rezitieren des Sutras
  7. Was man beim Studieren des Sutras beachten sollte
  8. Mein Reiseführer
  9. Die Yoga-Diät
  10. Mein “Lieblings-Sutra“
  11. Buchtipps
Michael Wiese - YogaYa Leverkusen
Michael Wiese
Jetzt folgen auf…

„Wo gehen wir hin? Wo kommen wir her? Was ist der Sinn? Ist da noch mehr? Gibt‘s da‘n Tunnel?Ist da ein Licht? Ey Mann was fragste mich? Ich weiß es nicht. Und ich atme ein. Und ich atme aus.“

Die Fantastischen Vier


Bisherige Folgen

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Yoga – eine Philosophie

Manch einer denkt bei Yoga vor allem an die körperlichen Übungen, die so genannten Asanas. Und tatsächlich sind diese auch ein fester Bestandteil fast aller Yoga-Richtungen, die Du heutzutage so finden kannst. Macht auch Sinn: denn ein starker und zugleich flexibler Körper hilft Dir, Schmerzen zu reduzieren und dich wohl zu fühlen. „Sthira-sukham-āsanam“ – so stark und flexibel zugleich, das steht auch so im berühmten Yoga Sutra 1.46, soll ein Asana sein. 

Tja, aber was glaubst Du: wie oft taucht das Wort asana im gesamten Sutra des Patanjali auf? Ich verrate es Dir: ganze zwei mal. Mmmmh. Geht es vielleicht noch um was anderes?

Sagen wir es mal mit den Worten eines berühmten Kommentars:

„Man muss hier anmerken, dass die sogenannten yogaasanas oder verschiedenen Körperhaltungen, die von sogenannten Yogis populär gemacht werden, in den Yoga-Sutren keinen Platz finden. Sie stellen eine Abweichung vom Yogaweg da, wie er von Pantanjali (…) gelehrt wird. Diese verschiedenen Arten von Asanas mögen therapeutischen Wert für gewisse Gebrechen haben, aber sie haben keine Bedeutung für Yoga, wie er in diesen Sutren dargestellt wird.“ 

(P.Y. Deshpande)

Interessant, oder? Ein bisschen krass vielleicht. Aber keine Sorge, Du musst nicht gleich den Abo in deinem Lieblingsstudio kündigen, schon gar nicht bei uns….

🎶 Hörbeispiel aus Teil 41 🎶
Keine Erleuchtung in Sicht? Was machst Du nur falsch?

Nächste Haltestelle: Erleuchtung!

Bislang von mir vorgestellte Sutras: 179 von 195

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Das Yoga Sutra des Patanjali ist das grundlegende philosophisch-psychologische Werk, auf dem das traditionelle wie das moderne Yoga fusst. Yoga war und ist so bunt wie das Leben. Und Yoga wurde und wird deshalb auch sehr unterschiedlich gelebt und verstanden. Und das ist gut so. Aber auf eine Grundlage können sich die meisten Anhänger des Yoga einigen: auf Patanjalis Yoga Sutra als geistiges Geländer, das uns auf dem Weg des Yoga belgeitet. 

Wohin führt der Weg? Na, zur Erleuchtung natürlich, was hast Du denn gedacht? 🙂

OK, so weit ist es bei mir noch nicht, sonst könnte ich wahrscheinlich gar keinen Podcast mehr machen. Wir wollen mal etwas bescheidener bleiben. Wie wäre es damit:

„Nicht mehr so viel grübeln müssen, gelassen werden, entpannter, aber trotzdem klar und kraftvoll sein. Ruhige, freundliche Gedanken haben. Milde sein. Sich nicht so oft persönlich angegriffen fühlen. Sich nicht fortreißen lassen von seinen Gefühlen. Liebevoll statt wütend sein. Loslassen können.“ (M. Wiese)

Klingt doch nicht so schlecht, oder? Damit sind wir mitten drin im Yoga und im Yoga Sutra des Patanjali.

Fragen an Yoga, Fragen an das Leben

Die Fragen, die uns im Leben wir im Yoga Sutra des Patanjali begleiten, sind elementar und ähnlich zu allen Zeiten

Fragen an das Leben - Fragen an Yoga:
Wie gelingt es uns, aus der Befangenheit unserer Ich-Sicht auf die Welt auszubrechen?
Ist Yoga eine Philosophie?
Ein Philosoph liebt die Er- kenntnis, ein Yogi sucht die Erfahrung...
Was bedeutet Freiheit?
Wie schaffen wir es, ande- re und auch uns selbst nicht immer zu bewerten und zu kritisieren?
Wie bringen wir unseren sprunghaf- ten Geist dauerhaft zur Ruhe?
Fragen an das Leben, Fragen an Yoga

Das Menü: Die Kapitel des Sutra

Das Yoga Sutra des Patanjali besteht aus vier Kapiteln oder auch Büchern, hier ein Überblick:

Kapitel 1: Samadhi Pada 51 Sutras
Definition des Yoga
Yoga-Wege in der Praxis
Stufen der Yoga-Erfahrung
Kapitel 2: Sadhana Pada 55 Sutras
Die Ursache von Leiden und Unbewusstheit und ihre Überwindung
Der achtgliedrige Pfad (1 – 5)
Kapitel 3: Vibhuti Pada55 Sutras
Der achtgliedrige Pfad (6 – 8)
Übernatürliche Fähigkeiten
Kapitel 4: Kaivalya Pada34 Sutras
Das Ziel: Leben in Freiheit und in vollkommener Loslösung
Gesamt195 Sutras

Worum es in den vier Kapiteln des Sutra geht…

Ich gebe es mal etwas salopp wieder in meinen Worten, was die vier Kapitel des Yoga-Sutra des Patanjali beinhalten:

Kapitel 1: Samadhi Pada – Über die Versenkung

Von nichts kommt nichts – Gelassenheit musst Du üben. Dann wirst Du mit der Zeit erkennen, wie Dein Geist funktioniert. Es ist nämlich so: Du nimmst die Welt wahr durch Deine Erfahrungen und Erinnerungen. Und die sind wie ein Film im Kino. Dieser Film wird aber nur auf Deine geistige Leinwand projiziert, Du solltest ihn nicht verwechseln mit der echten Welt. Manche Leute erkennen das mühelos, die meisten müssen dafür lange herumprobieren. Es gibt viele Wege, wie Du gelassener und glücklicher werden kannst, finde Deinen eigenen! Dann wirst Du immer besser unterschieden können, ob Du nur ein Filmbesucher bist oder ein echter Kinobesitzer. 
Aber sein kein Streber: wenn Du Dich zu sehr bemühst und zu stolz bist auf erste Erfolge, geht das Ganze nach hinten los. Lasse los, vertraue – und erkenne.

Kapitel 2: Sadhana Pada – Über die Übung

Noch nicht so richtig klar, oder? Gut, hier hast Du eine Liste der Dinge, die Dir das Leben schwer machen. Es sind vor allem: Selbst-Täuschung, Egoismus, Gier, Vorurteile und Angst. Diese Dinge sind wie Spinnweben, die Dich festhalten wollen. Um sie abzuschütteln, musst Du die Art ändern, wie Du mit Dir und Deiner Umwelt umgehst. Tiefes Atmen und die Konzentration auf das Wesentliche werden Dir dabei helfen.

Kapitel 3: Vibhuthi Pada – Über die übernatürlichen Kräfte

Wenn Du dauerhaft gelassener und glücklicher wirst, können Sachen passieren, die Du jetzt noch für ganz unmöglich hältst: wahre Wunder. Du bist auf dem Weg zu absoluter Freiheit. 
 Aber Achtung: Lass‘ Dich von diesen Wundern nicht zu sehr beeindrucken!

Kapitel 4: Kaivalya Pada – Über die Freiheit

Du bist schon sehr weit gekommen auf dem Weg zur Freiheit – aber Du kannst sie nicht erzwingen! Die Freiheit, um die es hier geht, ist viel größer und stärker, als Du Dir vorstellen kannst. Sie ist so radikal, dass Sie Dein Bewusstsein komplett verändern – und letztlich Dein Ich auflösen wird im großen Ganzen.

Suchst Du einen Dozenten für dein Teacher Training?
Du bist Yoga-Unternehmer.in und bietest ein eigenes Teacher-Training an, weißt aber nicht so recht, wie du das Yoga-Sutra des Patañjali integrieren sollst? Ich arbeite gern auch für Dein Studio und bereichere deine Ausbildung mit meinen Kenntnissen im Unterrichten des Yoga-Sutras und meiner jahrzehntelangen Erfahrung in der Erwachsenenbildung.
M. Wiese

Über das Rezitieren von Sutras

In meinem Podcast bespreche ich alle Kapitel und alles Sutras, ich rezitiere dabei die Sutras auch auf Sanskrit und liefere dann eine Übersetzung auf Deutsch, oder besser Übertragung, denn die Übersetzungen des Yoga Sutras unterscheiden sich erheblich, je nach Perspektive und Blickwinkel der Übersetzer.

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Bei der Rezitation orientiere ich mich an Srivatsa Ramaswami, einem Schüler von Krishnamacharya, der wiederum ein Urvater des modernen Yoga war. Damit versuche ich, den Text auswendig zu lernen, mehr so als Gedächtnistraining. In weiteren Workshops unter anderem bei der wunderbaren Nitya Mohan konnte ich das dann noch verfeinern und überprüfen. Natürlich erhebe nicht den Anspruch der perfekten Aussprache und Indologen und Sanskrit-Gelehrte mögen mir meine Fehler verzeihen , aber es macht mir einfach Spaß, es so gut wie möglich zu machen und euch ein Gefühl für die wunderschöne Sprache Sanskrit zu vermitteln.

Grundsätzlich gibt es zwei Wege der Rezitation: die Wörter werden langsam nacheinander gesprochen mit einer kleinen Pause oder die Wörter eines Sutras werden in einem Fluss (oft einem Atemzug) gesprochen und die Wortgrenzen verschwimmen. Dieser Methode folge ich.

Ich gehe einfach gern durch den Wald und versuche, die Sutren zu memorieren und zu trainieren. Was das für einen Sinn macht? Keinen oder eben doch: den Geist zu trainieren. Ich bin manchmal eben etwas nerdig, wie alle Yogis.

🎶 Hörbeispiel aus Teil 43 🎶
Yamas und Niyamas – alles fängt bei Dir an

Was man beim Studieren des Sutras beachten sollte

  • Die Urheberschaft und die Entstehungszeit des Sutras sind nicht vollständig klar (ein Autor, viele Autoren). Das erklärt auch u.a. die sehr unterschiedlichen Zeiteinordnungen des Textes.
  • Das Sutra besteht aus 4 Kapiteln und 195 Sutras. Ein Sutra ist wie ein Aphorismus, ein kondensiertes und eingekochtes Stückchen Wissen
  • Die Sutras sind wie Perlen auf einer Kette.
  • Das Sutra wurde lange vor allem mündlich von Lehrer zu Schüler übertragen (weshalb es wahrscheinlich auch älter ist als seine schriftliche Fixierung – ähnlich unseren Märchen)
  • Manche Teile des Sutras wirken sehr stringent, andere scheinen später hinzugefügt (z.B. der Achtfache Weg), manches scheint aus dem Zusammenhang gerissen, manches wiederholt sich
  • Tragende Säulen des Sutras sind der 1. und der 4. Teil, das 2. und 3. Kapitel sind Vertiefungen, Erklärungen oder Anleitungen
  • Für alle, die es eilig haben: Das Wesentliche steht bereits im Kapitel 1, Sutra 1-4!
  • Es gibt eine gewisse sich wiederholende rhetorische und didak- tische Kniffe (die auch das Auswendiglernen erleichtern): Zusammenfassung – Erklärung – Erklärung – Erklärung
    • Nummerische Strukturen (typisch nicht nur im Yogasutra) 
    • Wenn…dann…wenn…dann
    • Anforderung – Lösung – Alternativen (oder .. oder … oder)
    • Abkürzungen für einige – Trost für andere (für alle anderen oder wie Steve Jobs es immer so schön sagte: „for the rest of us….“
    Hier sehen wir auch deutliche Parallelen und Einflüsse des Buddhismus auf das Yoga-Sutra.

Mein Reiseführer

Michael Wiese über das Yoga-Sutra

„Für mich persönlich ist das Sutra eher wie ein rätselhafter Reiseführer durch eine sehr große unbekannte Stadt. Ich erhalte zahllose Tipps, wohin ich gehen könnte, aber es gibt immer wieder auch Alternativen, wie in einem Suchspiel. Du kannst der vorgeschlagenen Route folgen, aber dann merkst Du, dass Dich das nicht weiterbringt und du fast schelmisch immer wieder zu Plätzen geführt wirst, wo Du vorher schon warst. Also denke ich: ein bisschen ausführlicher könnten die Erklärungen hier schon sein, mein lieber Patanjali! Doch dann schaue ich mich um, was bleibt mir anderes übrig, und versuche selbst zu entdecken, was im Reiseführer nur mit kargen Worten beschrieben ist.

Ich muss die Erfahrung selbst machen. Und wenn ich ein Gebäude betrete, dann entdecke ich vielleicht weitere Hinweise über seine Bedeutung, oder ich frage jemanden, der mich wieder auf einen Kaffee einlädt. Das sich daraus ergebende Gespräch führt wieder an eine ganze andere Stelle usw. Am Ende habe ich eine einzigartige Reise hinter mir, die ich jederzeit wiederholen kann, weil sie jedesmal anders ist. Irgendwie ist der Reiseführer sein Geld wert.“

🎶 Hörbeispiel aus Teil 7 🎶
Smrtti – die Erinnerungen 200 Exabytes auf deiner Festplatte

Die Yoga-Diät

Yoga ist eine Diät. Vielleicht die beste Diät, die es gibt. Nein, keine, bei der Du unbedingt Gewicht verlierst, obwohl auch das passieren kann. Weil du vielleicht bewusster und weniger isst und beginnst, dich fleischloser zu ernähren. Denn Du kannst der Gewaltfrage (ahimsa) nicht ausweichen. Gewalt, die wir unseren fühlenden und intelligenten Tieren antun. Wie könnte man je ruhig und gelassen werden, wenn man sich dieser Frage nicht stellt.

Aber mit Diät meine ich natürlich etwas ganz anderes. Ich rede von der Diät für den Geist. Wir sind den ganzen Tag Millionen von Eindrücken und Erlebnissen ausgesetzt, die wir irgendwie verarbeiten, bearbeiten, bewerten und einsortieren müssen. Wir sind so abgelenkt mit der Beschäftigung mit der äußeren Welt und noch mehr mit der inneren Welt („bin ich schön/schlau/nett/reich/gesund/gelassen genug?), dass wir überhaupt keine Gelegenheit haben, mal weniger zu machen, zu denken, zu bewerten. Denn das ist anstrengend. Also füllen wir immer mehr rein in unseren Kopf. Wir stressen uns permanent und nehmen uns selbst zu wichtig. Ja, wir stellen uns in den Mittelpunkt des Universums. Manchmal jedenfalls. Wir können aber innehalten und uns dem starken Strom des Ego entgegenstellen. Wir können unser Bewusstsein durch beharrliches Üben und Loslassen andererseits einer Diät unterziehen. Freiheit ist eine Übung in Subtrahieren. 

Weniger machen, denken, ablenken, einfach weniger wollen ist noch viel schwerer, als die Mousse au chocolate stehen zu lassen. 

🎶 Hörbeispiel aus Teil 25 🎶
Yoga ist eine Übung in Subtrahieren

Hast Du Fragen oder ein Feedback?


Mein “Lieblings-Sutra“

Ein Ranking der wichtigsten Sutras ist natürlich unmöglich. Viele würden vielleicht sagen, der 8-fache Weg zur Versenkung ist das Wichtigste im Sutra. Aber der 8-fache Weg erstreckt sich über zahlreiche Abschnitte des Sutras und sogar über 2 Kapitel. Überhaupt: manche Abschnitte des Yogasutra des Patanjali erschließen sich schneller, manche sind reichlich kompliziert. Aber jeder und jede wird Passagen im Yoga Sutra finden, die einen besonders beschäftigen, berühren, ermutigen oder auch provozieren.

Auch wenn man bei einem historischen Quellenwerk nicht gut beraten ist, einzelne Aspekte aus dem Kontext herauszureißen – das sollte man übrigens nie machen – ist es aus meiner Sicht doch legitim, Lieblingssutras zu haben. Warum auch nicht?

Mein Lieblingssutra ist das 20. Sutra aus Kapitel 1:

śraddhā-vīrya-smṛti samādhi-prajñā-pūrvaka itareṣām

Das bedeutet so viel wie: Das Leben mit Mut, Zuversicht, Vertrauen und Tatkraft gestalten ist ein Weg, die Freiheit zu erlangen. Das ist hier ein bisschen ein Trostpflaster für alle, die nicht von Natur aus mit der Gabe der tiefen Meditation und Versenkung ausgestattet sind. Denn solche Menschen gibt es ja auch. Besondere Menschen, die sich gar nicht erst abrackern müssen, denen steht die Tür zur Weisheit, Freiheit und Erleuchtung einfach so offen. Vielleicht gab es schon immer solche Leute, vielleicht Jesus, oder Buddha – wobei der hart um seine Erleuchtung gerungen hat. Oder Osho, ach ne, der war ein Blender und Ausbeuter. Oder der Dalai Lama, der das aber lachend bestreiten würde. Schön Vorstellung, irgendwie.

🎶 Hörbeispiel aus Teil 12 🎶
Yoga ist eine Übung in Subtrahieren

Es gibt viele wunderbare Passsagen im Yogasutra, bestimmt findest Du auch für dich besonders wertvolle. Ich wünsche Dir viel Spaß dabei und wertvolle Erkenntnisse. Zum Schluss noch meine nicht ganz so ernst gemeinte Kinderzeichnung zum Yoga-Sutra:

Das Yoga-Sutra - eine kleine Zeichnung von Michael Wiese
Das Yoga-Sutra – eine kleine Zeichnung von Michael Wiese

Michael Wiese


Literaturempfehlungen

Buchtipps fürs Weiterlesen

Das Yogasutra. Von der Erkenntnis zur Befreiung

von R. Sriram.

R. Sriram ist ein bedeutender Yogalehrer und Gelehrter in Deutschland. Seine Übersetzung des Yoga Sutra ist ein tolles Buch für alle, die sich mit Patañjali beschäftigen wollen. Wir nutzen, wie viele andere Studios, diese Übersetzung auch in unseren Ausbildungen. Sie sind modern und recht leicht verständlich. Die Sutras werden erklärt und auch die einzelnen Sanskrit-Begriffe anschaulich übersetzt. Ein super Einstieg ins Thema.

Theseus Verlag 2003


Über Freiheit und Meditation. Das Yoga Sûtra des Patañjali. Eine Einführung

Übertragung und Kommentar von T.K.V. Desikachar

T.K.V. Desikachar ist einer der „Urväter“ des modernen Yoga. Ein großer Gelehrter, der unfassbar viel dafür getan hat, auch Menschen „im Westen“ Yoga nahe zu bringen. Die Übersetzung ist etwas schwülstiger, als die von Sriram, aber das ist nicht unbedingt schlecht. Interessant ist auch die beigefügte CD, auf der es eine Rezitation des Sutra gibt.

Via Nova, Verlag, Dezember 2003 – inkl CD


Patañjali. Die Wurzeln des Yoga.

Die klassischen Lehrsprüche des Patanjali

Ui, ui, ui. Wer wirklich tiefer tauchen will, wird hier fündig. Mein absoluter Favorit. Sehr komplex in den Erläuterungen, aber wirklich „mindblowing“. Ich nutze dieses Buch seit Jahren und entdecke immer wieder neue Aspekte. 

Herausgegeben von P. Y. Deshpande
Übersetzt von Bettina Bäumer, Barth O.W.
August 2010


Die Yoga Tradition

Geschichte, Literatur, Philosophie & Praxis

Das hier ist etwas für alle, die den noch größeren Blick auf Yoga suchen. Der renommierte Kenner Georg Feuerstein, leider schon verstorben, hat hier ein umfassendes Kompendium über Yoga zusammengetragen. Ein absolut phantastisches Werk, leider fast vergriffen. Das Sutra ist ein Teil des Buches mit der – soweit ich es beurteilen kann – quellnächsten Übersetzung. 

Wiggensbach, 2008.


Viel Spaß beim Lesen, Staunen und natürlich beim Üben!

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